Mittwoch, 28. März 2018

Regionalbündnis Windvernunft zur Havarie einer Enercon E-115 Windkraftanlage in Borchen


Wieder einmal zeigt eine schwere Havarie einer Windkraftanlage, dass diese Form der Energiegewinnung nicht nur keinen Nutzen für unsere CO2-Bilanz hat - kein konventionelles Kraftwerk konnte bislang dadurch abgeschaltet werden - sondern durchaus eine Gefährdung von Mensch, Tier und Umwelt darstellt.

In einem aktuellen Video, das die Havarie der E-115 am 8. März 2018 in Borchen-Etteln zeigt, ist gut erkennbar, wie Partikel und Staub explosionsartig in einer großen Wolke die Umgebung kontaminieren. Millionen Glasfaserpartikel in allen Größen verpesten in einem Umkreis von 800m die Felder und Wiesen, die weitere landwirtschaftliche Nutzung ist fraglich.



Heiner Brinkmann mit Teilen der Rotorblätter in über 500m Entfernung:


Interview mit Heiner Brinkmann vom Regionalbündnis Windvernunft https://youtu.be/VEyfl_HmGco




Ebenso fraglich ist die Reaktion des zukünftigen Betreibers WestfalenWind und Bauherr ENERCON, die unmittelbar nach der Havarie schon von "menschlichem Versagen" sprachen, in der Presse den Vorfall herunterspielten und mit einem Auto verglichen, bei dem vergessen wurde, die Handbremse anzuziehen. Nach Anordnung des Kreises Paderborn als Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde muss die Untersuchung durch einen unabhängigen Gutachter erfolgen. Wie immer stellt sich die Frage der Unabhängigkeit des Gutachters, zumal auch der Kreis Paderborn selbst Anlagen des gleichen Typs betreibt und mehr als 40 dieser Anlagen im Kreisgebiet genehmigt hat. Welche Konsequenzen hätte dann wohl ein technischer Defekt? Eine dann notwendige Stilllegung der Anlagen bis zur endgültigen Klärung ist wohl weder im Interesse der Behörde, noch im Interesse von WestfalenWind und ENERCON, lediglich die Anwohner und die Natur würden profitieren.




Zudem wurde in direkter Nachbarschaft der havarierten Anlage in dieser Woche ein Mäusebussard als weiteres Schlagopfer einer Windkraftanlage gefunden.

Im Regionalbündnis Windvernunft bündeln sich 13 Bürgerinitiativen im Raum Ostwestfalen-Lippe für eine sozialverträgliche Nutzung der Windenergie.



Freitag, 23. März 2018

Hauptversammlung des RBW

Heute 23.3.2018 findet die Hauptversammlung des Regionalbündnis Windvernunft e. V. um 19:00 Uhr im Landhaus Jägerkrug in Elsen/Scharmede statt.
Der im letzten Jahr gewählte Vorstand bittet um rege Teilnahme

Freitag, 16. März 2018

Beschädigte Windkraftanlage in Etteln ...

... darf bis zur Klärung der Ursache nicht wiederaufgebaut werden

Kreis Paderborn fordert zudem unabhängiges Gutachten zur Überprüfung der Standfestigkeit


Kreis Paderborn (krpb). Der Kreis Paderborn hat den Betreiber und die Herstellerfirma des beschädigten Windrades vom Typ Enercon E-115 aufgefordert, umgehend einen Prüfbericht vorzulegen, aus dem der Unfallhergang und die Ursache hervorgehen. Aus Sicherheitsgründen bleibt der Bereich um die Unglücksstelle bis auf Weiteres gesperrt. Das gilt auch für die angrenzenden Zuwege. Der Betreiber kann die offensichtlich beschädigten Teile der Anlage abbauen. Der Kreis Paderborn hat den Betreiber aufgefordert, Turm und Fundament sowie nicht abgebaute Teile der Windkraftanalage von einem unabhängigen und zertifizierten Gutachter überprüfen zu lassen. Rotorblätter und Gondel sind spätestens, je nach Witterung, bis zum 6. April abzubauen. Bis dahin bleibt die Anlage stillgelegt und darf nicht wiederaufgebaut werden.
Am Donnerstagabend (8. März) hatten sich auf einem Feld in Borchen-Etteln waren zwei Rotorblätter des Windrads in der Phase des Einrichtens beschädigt und letztlich zerstört worden Die einzelnen Bruchstücke werden unter Aufsicht von Fachleuten der Landwirtschaftskammer aufgesammelt und fachgerecht entsorgt. Der Kreis Paderborn wird zudem Bodenproben ziehen lassen, um eventuell verbliebene Rückstände aufzuspüren.
Die Windkraftanlage befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks noch im Aufbau, war also noch nicht in Betrieb und somit auch noch nicht vom Kreisbauamt abgenommen worden. Im gesamten Kreisgebiet stehen 44 Anlagen dieses Typs, die alle bau- und immissionschutzrechtlichen Voraussetzungen erfüllen und somit genehmigt und auch abgenommen wurden. Das erste Windrad ging im August 2014 an den Start. Alle Anlagen laufen problemlos. Nach Angaben der Herstellerfirma stehen weltweit 820 Anlagen desselben Bautyps, bei denen vergleichbare Schäden nicht aufgetreten sind.
Quelle: KUKON 12.3.18

Freitag, 9. März 2018

Flügel eines neuen Windrades in Etteln zerfetzt

Wie die Gegenwind-BI Etteln berichtet, hat sich ein neues Windrad zerlegt, was sich auf die Umwelt um das Windrad negativ auswirkt. Der Betreiber hat nicht die Polizei informiert, erst  die Bürger mussten das tun.
Mehr dazu hier:
http://gegenwind-borchen.de/windrad-havarie-neue-200m-windkraftanlage-in-borchen-voellig-zerfetzt

Dienstag, 6. März 2018

Warum Ihre Backofenuhr plötzlich nachgeht ...
und demnächst wieder von allein richtig gehen wird.

Neue Zürcher Zeitung - 5.3.2018 - lesen Sie den ganzen Artikel hier:
Seit ein paar Wochen ist zu beobachten, dass in ganz Europa die Uhren, die am Stromnetz hängen, bis zu sechs Minuten nachgehen. Dies ist aber kein Grund, sie zu entsorgen. Die Ursache liegt in einer Energieknappheit im europäischen Stromnetz.
Dass Uhren, die ihren Takt vom Netz erhalten, inzwischen mehrere Minuten nachgehen, liegt begründet in einer Energieknappheit seit Mitte Januar, wie der Verband ENTSO-E auf seiner Webseite mitteilt. Verantwortlich sei die fehlende Energieeinspeisung eines Lieferanten in das europäische Verbundnetz. Man arbeite mit Hochdruck daran, dieses Problem zu beheben. Wer genau der Sünder ist, lässt die ENTSO-E offen. Normalerweise betrage die Abweichung nicht mehr als 20 Sekunden, der Ausgleich funktioniere.
Die Frequenz ist ein wesentlicher Indikator für die Betriebssicherheit des gesamten Verbundnetzes. Mittlerweile läuft das Netz auch ab und zu schneller, um wieder aufzuholen. Mehr dazu hier:



Mittwoch, 28. Februar 2018

Leserbrief in der NW vom 21. und 22 Februar.

■ Betrifft:    Inbetriebnahme von kreiseigenen Windrädern auf der Alten Schanze in der NW vom 21. und 22 Februar.

Zur Inbetriebnahme der zwei Windkraftanlagen (WKA) auf dem kreiseigenen Gelände der Deponie können die Anlieger und Nachbarn nicht gratulieren. Auch sie hatten unter der Firmierung WideyWind GmbH einen Antrag zur Errichtung einer baugleichen WKA im Jahre 2016 gestellt. Da sich ihr Standort in Hauptwindrichtung vor den geplanten Anlagen des Kreises befand, wurde dieser auch schnell vorstellig und wollte in Person des verantwortlichen Dezernenten eine Abschattungsregelung aushandeln. Praktischerweise ist der  verantwortliche Dezernent für das Genehmigungsverfahren auch Chef der Deponie, die die kreiseigenen WKA betreibt. In den Monaten des Genehmigungsverfahrens wurde in zahlreichen Terminen der Eindruck erweckt, man wolle dieses Gebiet zusammen mit den Nachbarn und Anüegern erschließen. In gleich mehreren Ortsterminen wurden Details bis hin zu Kabeltrassen und Wegekonzepten beschlossen. Auch durften sich die Nachbarn an den Kosten für gemeinsame Gutachten beteiligen. Parallel wurden im Genehmigungsverfahren von denselben Personen immer höhere Hürden aufgebaut und zusätzliche Gutachten eingefordert. Generell war der Umgang mit den Antragstellern alles  andere als dienstleistungsorientiert. Behörde pur. Beratung, Hilfestellung,  Lösungsorientiertheit gleich null.

 Eine beliebte Methode des Kreises Paderborn im Verfahren ist das Einfordern eines einseitigen Klageverzichtes an allen  nur kritischen Verfahrensstellen. Es ist an Sarkasmus nicht zu überbieten, wenn der zuständige Dezernent dann abschließend sagt: „Verklagen Sie uns doch, dann haben beide Seiten Rechtssicherheit“. Ergebnis: Mit gut sieben monatiger Verspätung haben auch die Nachbarn eine Genehmigung erhalten. Leider ist die EEG-Vergütung zwischenzeitlich halbiert, so dass die beantragte WKA nicht mehr  wirtschaftlich betrieben werden kann. Aber wie gesagt: Verklagen Sie uns doch!

 Nachtrag: Mit zweimonatiger Verzögerung wollte der zuständige Dezernent die Sichtweise  der Behörde erläutern. Bei der schriftlichen Terminabfrage wurde ausdrücklich auf den Rosenmontag hingewiesen. Alle Beteiligten sind zum Termin angereist. Der Dezernent befand sich auf dreiwöchiger Urlaubsreise. Seine  Vertretung, Leiter Bauamt, war in der Sache nicht informiert und selbst erst vor zwei Tagen von einer Fernreise heimgekehrt. Mehr Behörde geht nicht.
WideyWind GmbH
Hubert Stork,
Thomas Böhmer,
Franz-Josef Käuper
Salzkotten

Windkraftgewinne gehen an die Bürger

“Windkraftgewinne  gehen  an  die  Bürger – Zwei  neue  Anlagen  des  Kreises  Paderborn  stabilisieren  Müllgebühren”

Hurra, pro Jahr rund 1 Euro pro Haushalt im Kreis für die Müllgebühr gespart…!?!?

Es fällt schwer anzunehmen, dass niemand mehr rechnen kann und vor lauter Begeisterung jubelt, weil er diesen Unfug glaubt und fortan die WEA in seiner Nachbarschaft liebt. So tief kann das zugegebenermaßen angeschlagene Bildungsniveau nicht sinken….

Mal sind es die Wassergebühren, hier nun die Müllgebühren, die herhalten müssen, um die Hirne der Betroffenen zu vernebeln.
Akzeptanz erhalten nennen das Landrat Müller, der die ersehnten 207m hohen Enercon E 115-Anlagen stolz genehmigt und der ostwestfälische Windbaron und Profiteur Lackmann, der sie bauen darf!
Täuschen-Tarnen-Tricksen, dazu hohle Versprechungen und eine große Portion Wetterretter-Ideologie sind die bekannten Zutaten, zu denen Windkraftprofiteure greifen, um Gier und Gewinne zu verschleiern.
Fällt wirklich noch irgendjemand auf solche Volksverdummung rein? Der naive Kommentar läßt nur Kopfschütteln zu, oder ist der schlichte Inhalt auch Teil der Verdummungs-Kampagne?
An den Aussagen im Artikel ist nur eins korrekt: Die Anlagen stehen auf der Mülldeponie am richtigen Platz, denn da gehören sie hin.
JR

Zum Nachrechnen :
Zensus 2011:

130.000 € mögliche Einnahmen pro Jahr durch 2 WEA verteilt auf

126.967 Haushalte im Kreis Paderborn oder auf
https://www.it.nrw.de/statistik/z/zensus_2011/gemeindeblaetter/B05774.pdf (Seite 47)

294.602 Einwohner
https://www.it.nrw.de/statistik/z/zensus_2011/gemeindeblaetter/B05774.pdf (Seite 35)

http://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/paderborn/22066970_Neue-Windraeder-bei-Paderborn-stabilisieren-die-Abfallgebuehren.html


Diese Passage wurde Ihnen von www.windwahn.com unter folgendem link zur Verfügung gestellt: http://www.windwahn.com/2018/02/26/kreis-paderborn-nrw-neue-art-der-volksverdummung/

Mittwoch, 27. Dezember 2017

“Eine Katastrophe macht immer erst Greenpeace daraus.”

 Daniel Wetzel in der WELT zum CO2-Alarmismus
26. Dezember 2017 Windwahn Hintergrundwissen

 Alles lesen auch bei Vernunftkraft Hessen (pdf):
http://www.vernunftkraft-hessen.de/wordpress/2017/12/20/patrick-morre-eine-katastrophe-macht-immer-erst-greenpeace-daraus/

Diese Passage wurde Ihnen von www.windwahn.com unter folgendem link zur Verfügung gestellt: http://www.windwahn.com/2017/12/26/daniel-wetzel-in-der-welt-zum-co2-alarmismus/
Alles lesen auch bei Vernunftkraft Hessen (pdf):
http://www.vernunftkraft-hessen.de/wordpress/2017/12/20/patrick-morre-eine-katastrophe-macht-immer-erst-greenpeace-daraus/

Diese Passage wurde Ihnen von www.windwahn.com unter folgendem link zur Verfügung gestellt: http://www.windwahn.com/2017/12/26/daniel-wetzel-in-der-welt-zum-co2-alarmismus/
Alles lesen auch bei Vernunftkraft Hessen (pdf):
http://www.vernunftkraft-hessen.de/wordpress/2017/12/20/patrick-morre-eine-katastrophe-macht-immer-erst-greenpeace-daraus/

Diese Passage wurde Ihnen von www.windwahn.com unter folgendem link zur Verfügung gestellt: http://www.windwahn.com/2017/12/26/daniel-wetzel-in-der-welt-zum-co2-alarmismus/

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Windstrom: Süßer die Kassen nie klingen -

 Die Ausbauziele sind schon längst erreicht, dennoch: Das Abzocken der Verbraucher geht weiter !
Ausbau der Windenergie – Lagebeschreibung und Ausblick zum Jahreswechsel 2017/2018

Das für viele Windenergieaktivisten mehr als erschreckende Ergebnis der 3 Ausschreibungen für Windenergie an Land ließ die Windkraftlobby Sturm laufen. Gerade in NRW hatte man in den letzten Monaten daher oft vom totalen Einbruch im Windenergieausbau, vom Verfehlen der Klimaschutz- oder auch sonstiger Ziele und von der massiven Gefährdung der Arbeitsplätze in der Windindustrie in NRW gehört, letztere sollen inzwischen bei 18.000 bzw. bereits schon bei 19.000 in diesem Bundesland liegen.

„Es drohe ein Fadenriss“ argumentierte Anfang Dezember die Bundesnetzagentur in ihrer Pressemitteilung zur Anhebung des Höchstwertes von ca. 5 auf 6,3 Cent/ kWh. Die Agentur kann den Höchstwert neu festsetzen, wenn sich „Anhaltspunkte“ (EEG, § 85 Abs. 1) ergeben, die den zunächst ermittelten Wert als zu hoch oder zu niedrig erscheinen lassen. Die Abweichung vom ursprünglichen Höchstwert von 7 Cent/kWh in 2017 darf dann nur max. 10 % betragen. Allerdings sagt das EEG unter § 85 Abs. 2 auch, wie sich solche Anhaltspunkte ergeben. Hier müssen die Gestehungskosten und die das Ausschreibungsvolumen nicht mehr gedeckt sein, was so wohl nicht ganz so eingetreten ist.
Ganz im Gegenteil: die Ausschreibungen waren doppelt überzeichnet und die niedrigeren Preise ein Zeichen für eine effizientere und kostengünstigere Stromproduktion mittels neuer Windenergieanlagen. Zudem sei „ein hoher Wettbewerb prägend in den bisherigen Ausschreibungen“, so der Chef der Agentur, Homann. Dieses war gewollt und im Sinne der inzwischen überbelasteten deutschen Verbraucher.
Ärger machten vielen aus der Windkraftszene die Zuschläge an die sog. Bürgerenergiegesellschaften, die genau auf diese Leistungssteigerung der neuen Anlagen und geringere Betriebskosten setzten. Dabei waren es Projektierer aus dem eigenen Stall, die die besonderen Bedingungen für diese Gesellschaften nutzten und – wie an Börsen o.ä. üblich – auf die Zukunft setzten, zum Vorteil stark fallender Vergütungssätze und somit zum Wohle der bundesdeutschen Stromkostenzahler.
Diese Sonderbedingungen wurden bereits am letzten Tag unserer „alten“ Regierung in Berlin auf Druck der Wind-Lobby im Rahmen des sog. Mieterstromgesetzes im Sommer 2017 wieder einkassiert: diese besonderen, von der Politik mit Blick auf die Einbindung der betroffenen Menschen vor Ort unbedingt gewollten Gesellschaften dürfen ohne Baugenehmigung nicht mehr mitbieten.
Nun erfolgte die zweite Korrektur, die Anhebung des angeblich ruinösen, nur durch Zocken und Zukunftswetten entstandenen neuen Marktpreises um sagenhafte 25 %. Frohe Weihnachten liebe Windbarone.
War das wirklich nötig? 
Beginnen wir mal am Anfang. Bereits bei der Ausschreibung der PV-Vergütung (Photovoltaik) zeigte sich, dass die noch vor 10 Jahren mit über 40 Cent angesetzte Vergütung nunmehr bei nur noch 20 % der ursprünglich von uns allen zu zahlenden EEG-Vergütung liegt.
Mit der Windenergie sollte es ähnlich gehen, zudem ließen sich so die zu installierenden Mengen ebenfalls wieder steuern. Die 1. Ausschreibung für die Windenergieerzeugung auf hoher See brachte allerdings schon den ersten Kracher: einige Anbieter wollten gar keine zusätzliche EEG-Vergütung mehr, der von den Investoren gefordert, durchschnittliche Zuschlagswert sank auf – von allen unerwartete -  0,44 Cent/kWh.
Ähnlich war es bei den Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land in 2017. Bei einem für 2017 festgelegten Höchstwert von 7,0 Cent/kWh wurden in der 1. Runde Angebote mit bis zu 5,8 Cent zugeschlagen, in der 2. Runde waren es dann 4,28 und in der 3. nur noch 3,8 Cent/kWh, dabei lag das günstigste Angebot bei nur noch 2,2 Cent. Dabei waren hier durchaus Profis am Werk, die ihre Kollegen allerdings etwas dumm aussehen ließen.
Diese waren wohl noch die zu Beginn des Jahres 2017 für neu gebaute, aber noch bis Silvester 2016 nach dem alten EEG genehmigte Anlagen, geregelte Vergütung von rd. 8,7 Cent/kWh gewohnt und konnten davon nicht lassen, obschon ihre eigenen Verbände inzwischen öffentlich eine wahrscheinlich immer noch viel zu hoch angesetzte Gewinnschwelle bei 5,6 Cent/kWh sahen.
Ausbauziele schon längst vorerfüllt
Als Ausbauzielkorridor hatte der Bund in 2016 eine zuzubauende Menge von 2.500 MW angepeilt, Die Ausschreibungsmengen in 2017 und 2018 wurden auf 2.700 MW angehoben. Da es zudem mit der Sonderregelung für Bürgerenergiegesellschaften die Möglichkeit gab, auch ohne Baugenehmigung mitzubieten, war die angepeilte Menge jedes Mal mehr als doppelt überzeichnet.
Aber auch durch die hohe Vergütung nach dem alten EEG war in den letzten 3 Jahren ein nicht gekannter Ausbauboom an neuen Windenergieanlagen in Deutschland festzustellen. Entgegen der von der Politik angepeilten 2.500 MW kam es in 2016 zu einem Ausbau von 5.078 MW, damit war auch dieser Wert mehr als verdoppelt. In 2017 dürfte dieser Rekordwert nochmals um 20 % höher liegen.
Experten gehen davon aus, dass der Zubau an neu in Betrieb genommenen Anlagen zum Jahreswechsel die magischen 6.000 MW erreichen bzw. knapp überschreiten dürfte.
Damit wird der in den letzten Monaten so oft zitierte Einbruch, den die Branche befürchtet, von ihr selbst geschaffen. Dem politisch gewünschten Ziel eines jährlichen Ausbaus von 2.500 MW ist man jetzt und für die kommenden Jahre bereits nachgekommen. Allein mit dem viel zu hohen Ausbau der letzten 24 Monate (+ 6.000 MW) und dem zugeschlagenen Ausschreibungsvolumen (in 2017 + 2.700 MW) lassen sich die nächsten Jahre problemlos überbrücken. Hinzuzurechnen ist dabei das Volumen von 2.700 MW aus den nun startenden Ausschreibungen für 2018, an denen nun nur bereits genehmigte Projekte teilnehmen können. Diese können nach Zuschlag dann direkt mit dem Bau beginnen.
Schaut man sich einmal nur allein die Entwicklung in NRW an, so sieht man, wie rasant der Ausbau zugelegt hat:
(Quelle: Land NRW)

Der Bau von Anlagen hat sich allein in diesem Bundesland innerhalb von nur 6 Jahren vervierfacht. Neben dem weiteren Ausbau in 2017 gab es in der 3. Ausschreibungsrunde allein 16 zugeschlagene Projekte in NRW. Daneben gibt es aber bereits weitere genehmigte Projekte, die nun in 2018 wahrscheinlich allesamt zum Zuschlag und damit auch zur Umsetzung kommen werden.
Das Geschrei und Gejammer war somit eigentlich grundlos. Der Ausbaukorridor wurde und wird erreicht, wenngleich auch Ausbauziele vorerfüllt wurden und werden. Die mit diesem vorgezogenen Ausbauboom verbundenen, zusätzlichen Arbeitsplätze werden wieder auf ein Normalmaß zurückgeführt. Eine weitsichtige, abgestimmte Planung und Umsetzung hätte nicht zu dieser Situation geführt.
Aber das Geschrei zeigte dennoch Wirkung und führte zu den beiden vorgenannten Korrekturen der neuen und aus Sicht der Verbraucher erfolgreichen Ausschreibungspraxis.
Steigt die Vergütung wieder?
Durch den Rausschmiss der Bürgerenergiegesellschaften ohne Baugenehmigung und der Anhebung des Höchstwertes dürfte in 2018 nun folgendes eintreten:
Für 2018 wird das Ausschreibungsvolumen nochmals etwas angehoben und auf 2.800 MW „begrenzt“. Nun besitzen nach Angabe der Bundesnetzagentur und entsprechender Verbände im Augenblick mögliche Anbieter ein genehmigtes Projektvolumen von etwa 1.380 MW. Durch weitere Genehmigungen dürfte sich dieses Volumen bis zum Stichtag der 1. Ausschreibungsrunde auf etwa 1.600 MW vergrößern.
Schon wieder warnen die beteiligten Akteure von einer Überzeichnung. Natürlich, stehen bei nun 4 Ausschreibungsrunden in 2018 nur jeweils 700 MW zum Zuschlag bereit. Aber bereits mit der 2 Ausschreibungsrunde im Mai dürfte fast der gesamte Vorrat an genehmigten Projekten „verfrühstückt“ sein, zumal sich auch bereits bezuschlagte Bürgerenergieprojekte unter die neu genehmigten Projekte mischen dürften.
Spätestens in der 3. Runde im Spätsommer 2018 dürften die Ausschreibungsvolumen nicht mehr erreicht werden, schaut man auf die zunehmenden Probleme für neu beantragte Projekte, und ohne auch noch mögliche Richtungswechsel in der Politik, wie zum Bsp. In NRW, bereits quantitativ zu bewerten.
Dieses ist auch den Jammerern oder anderen Windenergieakteuren sicherlich nicht unbekannt. Sie werden das doppelte Geschenk der Bundesnetzagentur bzw. der dieses Ganze steuernden Politik zu nutzen wissen. Es besteht kaum Druck, sich zu unterbieten. Störende Konkurrenz mit ihren Zukunftswetten sind nicht zu befürchten, einzig ein wenig Ungemach aus neuen Erkenntnissen zum Thema Schall oder das ein oder andere Urteil zum Artenschutz lassen den wieder (oder immer noch) blauen Himmel etwas wolkig erscheinen. Gut getrommelt, kann man da nur sagen.
Kaum Wirkung, aber unendlich teuer
Diese, völlig unnötige und voreilige Änderung der Ausschreibung hat den deutschen Verbraucher neben den viel zu hohen Ausbauzahlen der letzten Monate wieder geschadet. Schon heute greift das Bewusstsein einer unsozialen Belastung der deutschen Verbraucher immer mehr um sich. Mit weit über 25 Mrd. € im Jahr wird inzwischen eine riesige Geldmenge aus den Taschen der Bürger zugunsten weniger Profiteure gezogen. Handeln die Windenergieakteure besonnen und zielen auf den möglichen Höchstwert, der durchaus erreichbar erscheint, so dürfte dieses den deutschen Verbraucher mit zusätzlichen mehr als 100 Mill. € im Jahr belasten. Aber bei der Gesamtbelastung durch das EEG stört dieses ja nun auch nicht mehr.
Daneben ergeben sich durch die ohnehin zu hoch geförderten Projekte noch Abschreibungsmöglichkeiten für Mitbürger mit zu hohen Steuerbelastungen, wiederrum zu Lasten der kleinen Leute, die nicht in diesen Genuss kommen können und so doppelt bestraft werden.
Im hessischen Landtag hieß es vor kurzem zu dieser eigentlich komplett in die Hose gegangenen Energiewende in einer Rede eines FDP-Abgeordneten: „Kaum Wirkung, aber unendlich teuer!“ Wie wahr.

Nachtrag:

Durch das 2., gestern beschlossene, Entfesselungspaket will sich unsere neue NRW Landesregierung zwar auf der einen Seite für eine Beschränkung (Abstand, keine Anlagen im Wald) einsetzten, gleichzeitig wollen sie aber eine

„Bundesratsinitiative zu Ausschreibungen für den Windenergieausbau: Die Landesregierung wird sich über eine Bundesratsinitiative zur Anpassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes dafür einsetzen, dass bei künftigen Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land Planungssicherheit für Investoren und Anlagenbauer erreicht wird. Das betrifft insbesondere das Jahr 2018, in das für ab 2021 eingeplante Mittel vorverlegt werden sollen. Ziel ist es, Strukturbrüche für die Branche zu vermeiden.“

Absicht oder einfach mal nicht nachgerechnet? Die arme Branche hat es ja mal wieder verdient…

Na denn, lasst die Kassen weiter klingen! Frohe Weihnachten!

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Zum Stadtgespräch des WDR5 in Borchen

ist hier der Teil der Aktuellen Stunde in der Mediathek des WDR zu sehen
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-ostwestfalen-lippe/video-reporter-stefan-leiwen-aus-borchen-zum-stadtgespraech-windenergie-100.html


Moderation: Judith Schulte-Loh, J. Lackmann, R.Allerdissen

und hier das Gespräch:
https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/153/1534474/wdr5stadtgespraech_2017-12-07_stadtgespraechausborchenprotestegegenwindenergie_wdr5.mp3
Die Radiosendung des WDR5 "Stadtgespräch" kam am Donnerstagabend 7.12.2017 live aus Borchen. Die Gemeindehalle bis auf den letzten Platz besetzt und die Stimmung aufgeheizt. Die wichtigen Themen kamen alle vor. Die Situation in Borchen kam sogar im Radio gut rüber dank Bürgermeister R. Allerdissen und BI-Sprecherin G. Ponta. Mit ihnen auf dem Podium NRW Wirtschaftsminister A. Pinkwart und Windpionier J. Lackmann.

Hier kann man die offizielle Tonkonserve anhören (56 Min) oder runterladen (53 MB)https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/153/1534474/wdr5stadtgespraech_2017-12-07_stadtgespraechausborchenprotestegegenwindenergie_wdr5.mp3 

Moderation: Judith Schulte-Loh, Prof. Andreas Pinkwart (FDP) NRW-Wirtschaftsminister, Gudrun Ponta BI-Gegenwind